Gerätekunde

Umrechnung lbs-Testkurve in Gramm-Wurfgewicht

Gerätekunde Teil 1:

 

Neben dem Jahresfischereischein und dem Fischereierlaubnisschein, der uns das Angeln an den ausgesuchten Gewässern erlaubt, benötigen wir natürlich noch das dazugehörige Werkzeug.
Bei der Fischerprüfung wird lediglich vorausgesetzt, dass wir wissen, welche Angelgeräte zum Fang einiger weniger Fischarten gehören. Außerdem müssen wir die wichtigsten Zubehörteile kennen, die bei der Ausübung der Angelfischerei ebenfalls unverzichtbar sind.
Die heutige Vielzahl von Angelgeräten aller Art macht dem noch unerfahrenen Angler die Wahl des fischgerechten Gerätes schwer. Wenn er keinen erfahrenen Berater zur Seite hat, besteht die Gefahr, dass er zum Beispiel seine Ruten zu kurz, zu lang, zu weich oder zu hart, die Schnur zu dünn oder zu dick, den Haken zu klein oder zu groß wählt. Das kann nicht nur seinen Fangerfolg erheblich beeinträchtigen, schlimmer noch: Ein unsachgemäß zusammengestelltes Angelgerät kann durch Gerätebruch oder Abreißen der Schnur den geangelten Fisch gefährden!
Deshalb muss der Angler schon vor der ersten Ausübung des Fischfanges wissen, auf was es bei der Zusammenstellung des Angelgerätes ankommt. Er braucht nicht alles zu kennen, was auf dem Markt angeboten wird, aber die wichtigsten Arten der Ruten, Rollen, Schnüre, Haken und des Zubehörs.

Angelruten
Zum Fischfang benötigt der Angler zuerst einmal eine Angelrute. Sie versetzt ihn in die Lage, den Köder auszuwerfen und dem Fisch zu präsentieren. Außerdem hilft sie den Haken im Maul des Fisches zu fixieren und den gehakten Fisch zu drillen.
Art, Stärke und Länge der Angelruten sind zweifellos abhängig von der Beschaffenheit des Fischwassers und seiner Ufer. Wird vom Schilfgürtel oder hohen Schrägufern geangelt, sind lange Ruten angebracht, während kurze Ruten handlicher und praktischer beim Fischen vom Boot aus und auch beim Watfischen sind. Noch mehr werden Art und Abmessung der Angelruten von der Fischart und deren Verhalten bei Anbiss und Drill und auch der Eigenart ihrer Kampfesweise bestimmt. „Nicht zu leicht und nicht zu kurz“ sollte die Rute beim Fischen auf Großkarpfen sein. „Nicht zu lang und ziemlich hart“ soll die Hechtrute sein. „Sehr leicht und weich und nicht zu kurz“ verlangen die kleinmäuligen Äschen und Nasen unsere Angelrute. Diese Aussagen zeigen uns, dass die Rutenwahl manche Vorkenntnisse voraussetzt.
Die Rute muss außerdem noch verschiedene andere Funktionen erfüllen. Je nach Angelmethode, Fischart und der zu erwartenden Fischgröße und auch entsprechend den Gewässerverhältnissen muss eine Rute über eine bestimmte „Aktion“ verfügen. Man unterscheidet bei den Angelruten folgende „Aktionen“:
1. Gleichmäßig auf die ganze Rutenlänge verteilte Durchbiegung („Aktion“) bei Wurf und Drill (auch „Parabolik-Aktion“ genannt).
2. Durchbiegung der Rute in den oberen zwei Dritteln („mittlere Aktion“).
3. Stärkere Verjüngung der Rute in der oberen Hälfte oder nur im oberen Drittel, so dass die Durchbiegung meist im wesentlichen auf das Spitzenteil beschränkt ist (sog. „Spitzen-Aktion“).
Letztere, die „Spitzen-Aktion“ ist z.B. dann der normalen, über die ganze Rute verteilten Durchbiegung vorzuziehen, wenn ein Ausholen mit der Rute, also der Rückschwung, durch Buschwerk, Bäume, Zäune und dergleichen behindert ist, denn sie ermöglicht trotzdem weite Würfe mit kurzen Ruten. Auch beim Fischen vom Boot aus ist sie vorteilhaft, da das Herausschnellen des Köders mit nur geringer Arm- und Rutenbewegung möglich ist und so das Gleichgewicht im Boot nicht gestört wird. Die besonders dünn verlaufende Rutenspitze ist außerdem ein empfindlicher Bissanzeiger.

Merke: Nicht die Spitzenstärke der Rute bestimmt die Hakengröße, sondern allein die Art und Größe des zu erwartenden Beutefisches!

Auch die Länge, die Teilung, die Gestaltung des Handgriffs oder die Anordnung der Schnurführungsringe kann bei Angelruten unterschiedlich sein.
Bambusruten, wie es sie früher oft gab, sind vom heutigen Markt fast ganz verschwunden. Sie werden aus gelbem, schwarzen oder gefleckten, naturgewachsenem Bambusrohr oder auch aus Tonkinrohr hergestellt und sie sind oft mit einer Vollglas- oder Hohlglas-Spitze versehen. Bambusruten sind dort geeignet, wo extra lange Grundruten unentbehrlich sind.

Heute werden für den Rutenbau Werkstoffe wie Glasfiber und Kohlefaser verwendet. Die genannten Materialien bürgen für eine hohe Lebensdauer, sind trotz hoher Festigkeit biegsam und haben ein geringes Gewicht.

Vollglas(fiber)ruten haben keinen Hohlraum. Sie werden auf feinsten Glasfasern, die durch ein Kunstharz verbunden sind, hergestellt. Die Härtung der Teile wird durch Erhitzung erreicht.
Eine Vollglasrute ist schwerer und weicher als die etwa gleich starke Hohlglasrute, dafür aber sehr bruchsicher, unempfindlich und preiswert. Sie wird fast nur noch als extra starke Wurfrute für die Süßwasser- und Meeresfischerei hergestellt, aber auch als Schlepprute in Binnenseen.

Hohlglas(fiber)ruten werden aus zu Bändern oder Stoffbahnen gewebten feinsten Glasfäden hergestellt. Diese werden zu dünnwandigen konischen Röhrchen verarbeitet, die nach Präparierung mit einem Kunstharz durch Erhitzen gehärtet werden.

Hohlglasruten sind sehr leicht und handlich, aber empfindlicher gegen Stoß und starke Biegung als Vollglasruten. Sehr praktisch sind teleskopartig zusammenschiebbare Hohlglasruten in allen Längen, besonders in Längen von 3 bis 5 m und darüber.
Die Hohlglasrute ist heute für alle Angelmethode die am meisten verwendete Rute der mittleren Preislage.

Kohlefaserruten sind eine Fortentwicklung der Glasfiberruten, wobei die Glasfiber(faser) durch die Kohlefaser („Graphit“) ganz oder teilweise ersetzt wird. Dieses Material macht den Bau hochwertiger Angelruten möglich. Sie sind etwa 25 bis 30% leichter als die vergleichbare Glasfiberrute.
Die insbesondere langen Teleskopruten werden wegen des wesentlich geringeren Gewichts – allerdings zu höheren Preisen – schon weitgehend auch aus Kohlefaser oder einer Kombination aus Glasfaser und Kohlefaser hergestellt.

Es gibt viele verschiedene Rutentypen. Hier einige davon:
Grund(angel)rute:
Eine Grundrute gibt es in verschiedenen Ausführungen: Leicht, mittelstark und stark; meist zwei- und dreiteilig; als Steckruten mit Hülsenverbindung und mehrteilig als Teleskopruten. Man verwendet sie zum Fischen in allen Wassertiefen von der Oberfläche bis zum Grund (Boden).
Eine gemeinsame Eigenschaft aller Komponenten des Geräts zum Grundangeln ist eine gewisse Robustheit, denn bei dieser Angelmethode bekommt man es sicherlich häufig mit großen und auch schweren Fischen zu tun, die in der Lage sind, sich kräftig und ausdauernd gegen das Fangen zu wehren.
Die entscheidenden Kriterien beim Kauf der Grundrute sind Rückgrat und Spitzenaktion. Die Länge liegt zwischen 3,5 und 4,5 m, das Wurfgewicht zwischen 30 und 150 g. Gut ist es auch, wenn die Rutenspitze eine kräftige Farbe hat, denn sie dient als Bissanzeiger und muss stets gut beobachtet werden.

Spinn(angel)rute:
Eine Spinnrute wird beim Fischen mit Spinnködern (Kunstköder) eingesetzt. Auch sie gibt es in verschiedenen Ausführungen: Leicht, mittelstark, stark und sehr stark. Je nach Länge und Stärke sind Spinnruten ein- oder zweihändig zu führen.

Match(angel)rute
Die typische Matchrute besteht aus zwei zusammensteckbaren Teilen und mehreren austauschbaren Spitzen. Handteil und Mittelteil werden zusammengesteckt, die Verbindung zur Spitze kann ein Bajonettverschluss sein. Eine Matchrute ist zwischen 2,7 und 3,6 m lang und besitzt genügend Kraftreserven, um es auch mit kapitalen Fischen aufnehmen zu können.
Größte Bedeutung kommt dabei der Spitze zu, denn sie hat die Aufgabe, selbst die zaghaften Bisse besonders wachsamer Fische wie Döbel oder Nase verlässlich zu signalisieren. Eine gute Matchrute ist mit mehreren verschiedenen Spitzen ausgestattet, darunter die Schwingspitze oder „Swing Typ“ und die Bibberspitze oder „Quiver Tip“.

Die Schwingspitzrute ist besonders für stehende oder langsam fließende Gewässer geeignet, denn sie ist extrem sensibel und schlägt schon bei der leisesten Berührung aus. Sie besteht aus zwei starren Teilen, die durch ein Silikongelenk miteinander verbunden sind und ist zwischen 25 und 40 cm lang. Wenn man diese Spitze zum ersten Mal benutzt, kann man das Gefühl haben, die Rute sei an der Spitze gebrochen. Der Biss wird durch Anheben oder seitliches Ausschlagen des vorderen Teils angezeigt. Auf dieses Zeichen reagiert der Angler mit einem weichen, aber geräumigen Anhieb. Ruckartiges Anreißen ist zu vermeiden, damit das meist dünne Vorfach nicht reißt.
Die Biberspitze ist für Gewässer mit stärkerer Strömung konzipiert, es handelt sich um eine starre, 40 bis 50 cm lange Spitze, die mit Bajonettverschluss am Mittelteil befestigt wird. Beide Spitzentypen sind meist aus Glasfaser gefertigt, da dieses Material eine sensiblere Reaktion gewährleistet als Kohlefaser.

Stipp(angel)rute:
Eine Stipprute besteht aus mehreren hohlen, konischen Teilen. Bei modernen Stippruten werden alle Teile zusammengesteckt, nur das vorderste ist ausziehbar und besteht aus Spitzenhalter und Spitze. Im Gegensatz zur Teleskoprute, bei der das dünnere Teil innerhalb des dickeren verläuft, wird bei der Stipprute das dickere Teil mit seinem dünneren Ende in das dickere Ende des dünnen Teils geschoben, weil nur so das Abmontieren der hinteren Teile beim Einholen möglich ist. Heutzutage bietet der Fachhandel eine breite Palette solcher Ruten in verschiedenen Längen und Preisklassen an, eine Angebotsfülle, die den Anfänger oft verwirrt. Wer mit dem Stippen beginnt, sollte ein höchstens 13 m langes Modell wählen, das noch etwas leichter zu führen ist als die längeren Varianten.
Das wichtigste Merkmal einer Stipprute ist das relativ harte Rückgrat, das den Anhieb schnell und ungebremst weiterleitet und die Reaktionszeit zwischen Biss und Anschlag auf ein Minimum reduziert.

Angelrollen
Die Angelrolle hat die Aufgabe, die Schnur aufzunehmen und beim Wurf leicht abzugeben.
Mit Hilfe der Rolle haben wir auch die Möglichkeit, den beköderten Haken auszuwerfen. Auf der Suche nach dem Zielfisch ermöglicht sie uns außerdem größere Distanzen zu überwinden und nicht zuletzt hilft sie auch, den gehakten Fisch zu drillen. Wichtig ist jedoch, dass die Rollenbremse so eingestellt ist, dass der flüchtende Fisch Schnur von der Rolle ziehen kann, ohne dass diese reißt und es zum sogenannten „Schnurbruch“ kommt.
Mit dem Aufkommen der dünnen Perlonschnüre, die nur ein relativ geringes Fassungsvermögen der Spule (Trommel) verlangen, sind die recht großen Rollen der früheren Bauarten verdrängt worden.
Der als „Nottinghamrolle“ bezeichnete Rollentyp war ein einfaches Gerät, bei denen sich eine Trommel um eine Achse drehte. Er wird heute nur noch selten von Anglern beim Angeln auf Barben und andere Flussfische als sogenannte Centre Pin benutzt.
Inzwischen hat die Stationärrolle in der Grund- und Spinnfischerei das Feld erobert. Ein Grund- und Spinnfischen ohne Stationärrolle ist heute kaum mehr denkbar. War früher die Angelrute der teuerste Teil beim Anschaffen eines Gerätes, so hat heute der Rollenpreis den Rutenpreis oft überholt. Der verhältnismäßig komplizierte Mechanismus, zusammengebaut aus vielen Einzelteilen, verlangt hohe Präzision bei der Herstellung. Billige Stationärrollen haben eine viel geringere Lebensdauer. Außerdem machen sie bald Ärger und gefährden sogar beim Versagen den gehakten Fisch. Da die Rolle eine dominierende Funktion beim Zusammenwirken des Angelgerätes hat, sollte man – auch im Hinblick auf die Lebensdauer – eine Präzisionsrolle vorziehen, die nach Möglichkeit Kugellager, eine fein regulierbare Schnurbremse und ein extra hartes, rotierendes Schnurführungs- bzw. Schnurlaufröllchen hat.

Eine sogenannte Multirolle ist eine übersetzte Rolle mit rotierender Trommel. Der Vorteil einer Multirolle ist das gradlinige Ablaufen der Schnur. In Verbindung mit der Daumenbremse unmittelbar auf der Schnur ermöglicht sie einen genauen Zielwurf. Bei zu scharfem Anschwung entsteht jedoch leicht eine Schnurverhedderung („Perücke“). Das geschieht dann, wenn die Trommel schneller ist als die ablaufende Schnur. Für die Multirolle sind nur leichte und mittelstarke, weiche – evtl. geklöppelte – Schnüre geeignet.

Stationärrollen und auch Multirollen sind besonders zum Fang von Raubfischen, bei denen künstliche Köder (Spinner, Wobbler, Blinker, Gummifische) eingesetzt werden, geeignet. Für Anfänger, die das Auswerfen des Köders noch nicht perfekt beherrschen, kommen besser Stationärrollen in Frage. Hier steht die Rollenachse parallel zum Rutenschaft.
Die Stationärrolle ist auch die erste Wahl für das Spinn-, Grund-, Posen- und Meeresangeln in der Brandung oder beim leichten Pilken. Auch Welsangler schwören auf robuste Stationärrollen und geben ihnen den Vorzug gegenüber einer Multirolle.

Grundsätzlich kann man jedoch alle 3 Rollentypen beim Angeln einsetzen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Modellen und verfügen über viele Variationsmöglichkeiten.
Stationärrollen z.B. werden mit Kopf- oder Heckbremse aber auch mit Freilauf angeboten. Freilaufrollen empfehlen sich für das Grundangeln. Sie dienen dazu, einen Fisch beim Biss ungehindert Schnur abziehen zu lassen. Auch Karpfen- und Raubfischangler, die auf Hecht oder Zander ansitzen bevorzugen Freilaufrollen, da sie gleichzeitige eine sensible Bissanzeige darstellen.
Beim Ansitzangeln auf Aal, beim Feederangeln, Posen- und Brandungsangeln ist dagegen keine Freilauf-Funktion erforderlich, der Anhieb wird direkt gesetzt wird oder der Fisch hakt sich selbst.
Beim Meeresangeln, aber auch bei der Raubfischangelei werden zunehmend Multirollen eingesetzt. Letztendlich ist aber alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Fliegenfischen
Fliegenfischen oder seine Vorläufer ist eine sehr alte Fischfangmethode, die sicher schon kurz nach der Erfindung des Angelhakens und vor der Erfindung der Angelrolle ihren Anfang nahm, was aber mit den heutigen, modernen Fliegenfischen nicht viel zu tun hat.
Das Flugangeln oder Fliegenfischen von heute ist eine natürliche, sportliche und traditionelle Art des Angelns und gleichzeitig eine aktive Form.
Beim modernen Fliegenfischen werden sogenannte künstliche Fliegen als Köder verwendet. Meistens sind es Nachbildungen von Wasserinsekten, Insektenlarven, Krebstierchen und Kleinfischen, die als Nymphen bezeichnet werden.
Flugangler versuchen einen Fisch (z.B. Bachforelle, Saibling oder Äsche) mit einer künstlichen Fliege oder Nymphe bzw. mit einem Streamer (Kunstfliege mit langen, anliegenden Flügeln aus Federn oder Haaren) zum Anbiss zu reizen, indem sie ihren Köder direkt an der Wasseroberfläche (Trockenfliegenfischen) oder im tiefen Wasser (Nassfliegenfischen) anbieten.
Das Fischen mit der Fliegenrute erfordert viel Übung, denn die Handhabung des Gerätes ist nicht ganz einfach. Die meist farbige und relativ dicke Fliegenschnur wird von der Rolle gezogen und durch elegante Schwünge mit der Rute in der Luft gehalten, um dann den vermuteten oder auch bekannten Standort des Fisches gezielt anzuwerfen. Die Rolle befindet sich am unteren Ende des Rutengriffs (ein besonderes Merkmal, an dem eine Fliegenrute sofort zu erkennen ist!), was dazu dient, längere Zeit ermüdungsfrei die Technik des Fliegenfischens auszuüben.
Da der verwendete Köder (Fliege) nicht das nötige Gewicht dafür besitzt, sind spezielle Fliegenschnüre notwendig.
Die Fliegenschnur ist auch der eigentliche Inbegriff des Flugangelns. Erst sie ermöglicht beim Fliegenfischen die Kunst des Werfens. Für jeden Einsatz gibt es eine spezielle Schnur.
Fliegenschnüre werden schwimmend (F = floating), schwimmend mit sinkender Spitze (ST), schwebend (I = intermediat) und sinkend (S = sinking) hergestellt. Bei der Fischereiprüfung wird erwartet, dass man eine schwimmende von einer sinkenden unterscheiden kann. Schwimmschnüre tragen auf der Verpackung den Aufdruck F, Schnüre fürs Trockenfischen den Aufdruck S. Sinkende Schnüre sind mit Bleieinschlüssen versehen.
Fliegenschnüre werden in Gewichtsklassen (AFTMA = Association for Fishing Tackle Manufactures) angeboten. Es gibt sie in den Klassen 1-15.
Fliegenschnüre haben normaler Weise eine Länge von 25m bis 35m, Schussköpfe von 8 - 12m
Die gebräuchlichsten sind die Keulenschnüre mit der Bezeichnung WF (Weight Forward), wo sich das Hauptgewicht am Ende der Schnur befinde. Sie klatscht nicht so auf das Wasser und lässt sich doppelt so lange verwenden wie andere Fliegenschnüre.
Früher wurden Fliegenschnüre hauptsächlich aus Seide geklöppelt und waren dementsprechend teuer. Solche Schnüre werden auch heute zwar immer noch hergestellt, aber nur wenige Spezialisten benutzen sie. Außerdem verschleißen Seidenschnüre früher und sind sehr pflegeintensiv.
Heute werden die meisten Fliegenschnüre aus Kunststoffen hergestellt und bestehen sie aus einem Kern, der Seele und einer oder mehreren Kunststoffummantelungen. Sie sind recht dick und auch farbig.
Auch beim Fliegenfischen benötigt man ein Vorfach. Das monofile (einfädige) Vorfach, das sich meistens zum Köder hin verjüngt, d.h. dünner wird, wird zwischen Fliegenschnur und Fliege eingebunden. An dem dünnen Ende wird die Fliege (Öhrhaken!) befestigt. Sollte es einmal zu einem Schnurbruch kommen, so reißt das Vorfach an der dünnen Stelle und der Fisch wird nicht von einem längeren Stück Schnur behindert.

Die Rolle für das Fliegenfischen ist im Prinzip eine einfache Gehäuserolle von hoher Qualität und mit möglichst geringem Gewicht. Sie dient hauptsächlich als Schnurspeicher, aber auch zum Drillen. Die Schnurreserve, die nicht beim Werfen der Kunstfliege gebraucht wird und eigentlich nur beim Drill großer Fische zum Einsatz kommt, wird als „backing“ bezeichnet. Je nach Rollengröße wird zuerst das Backing aufgespult und anschließend kommt erst die Fliegenschnur. Das Backing vergrößert auch den Durchmesser der Spulenachse.

 

Gerätekunde Teil 2:

 

Angelschnüre
Durch die Erfindung des Perlons und Nylons sind die früher so verbreiteten geklöppelten Seidenschnüre fast ganz verdrängt worden. Das einfädige („monofile“) Perlon oder Nylon hat sich wegen seiner geringen Sichtigkeit bei hoher Zerreißfestigkeit (Tragkraft) gegenüber allen anderen Schnurarten so durchgesetzt, dass diese nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Neben den monofilen Schnüren gibt es auch geflochtene Schnüre, die hauptsächlich bei der Angelei auf karpfenartige Fische, aber auch auf Hechte, Barsche und andere Arten verwendet werden.

Angelschnüre gibt sie in unterschiedlicher Stärke und Tragkraft. Am gebräuchlichsten sind:
1. Perlon-(Nylon)Schnur, bestehend aus einem Faden (monofil).
2. Perlon-(Nylon)Schnur, geklöppelt aus vielen feinen Fäden (multifil).
Die einfädige Perlonschnur (monofil) ist fest und unempfindlich, so dass sie in den mittleren Stärken von 0,25 bis 0,40 mm Durchmesser fast universell für die Grund- und Spinnfischerei verwendet wird. Nur wenige Fischarten verlangen dünnere Schnüre von 0,20 mm Durchmesser und schwächer. Wo es auf weicheren Wurf, glattes Durchhängen und empfindlicheren Kontakt mit dem Köder ankommt, wird die mehrfädrige Schnur (multifil) vorgezogen. Da sie aber nicht so fest und viel empfindlicher ist als eine gleich dicke einfädrige Schnur, kann sie nur dort verwendet werden, wo nicht mit größeren Fischen und Hindernissen gerechnet werden kann.
Stärkere einfädige Schnüre von ca. 0,45 bis 0,60 mm Durchmesser sind starrer und drahtig-steif. Sie verlangen auch ein größeres Schnurfassungsvermögen der Rolle und in der Regel höhere Wurfgewichte.
Starke, geklöppelte Perlonschnüre mit entsprechend hoher Tragkraft, finden in der Meeresfischerei Anwendung, wenn große Multiplikatorrollen für den Fang starker Fische verwendet werden. Einfädige Perlonschnüre wären hier zu steif und federnd. Auch könnten dann Perücken entstehen.

Hinweis: Beim Grund- und Spinnfischen auf Forellen sollte die Schnur nicht unter 0,25 mm Durchmesser liegen, bei Barben nicht unter 0,30 mm, bei Karpfen nicht unter 0,30 bis 0,35 mm, bei Hechten nicht unter 0,40 mm und bei Waller nicht unter 0,50 bis 0,60 mm.

Bemerkung:
Besonders klare und überfischte Gewässer können bedingen, dass die oben angegebenen Stärken noch unterschritten werden müssen. Dann sollte man jedoch sehr verantwortungsbewusst verfahren und lieber auf einen guten Fang verzichten, als einen Schnurriss zu riskieren und der Fisch dann verludert!
Andererseits kann es notwendig sein, dass im Gewässer mit sehr starken und schweren Fischen die angegebenen Stärken überschritten werden müssen, und zwar besonders dann, wenn das Fischwasser stark verkrautet ist.
Als Anfänger ist man jedoch immer gut beraten, wenn man zu Anfangs eine etwas stärkere Schnur als unbedingt notwendig verwendet. Sie garantiert, dass der gehakte Fisch auch sicher gelandet werden kann.

Leitsatz: „Nicht dünner als nötig!“

Schnurpflege
Einige Angler lassen ihre Rolle einmal mit einer hochwertigen Schnur bespulen und wechseln diese – wenn überhaupt – erst nach Jahren aus. Aber eine Angelschnur ist nicht unbegrenzt haltbar! Sie ist licht- und salzwasserempfindlich. Auch die hohe Beanspruchung beim Angeln schädigt mit der Zeit das Material. Auch beschädigte Rutenringe oder defekte Schnurlaufröllchen an der Rolle sind gefährlich. Eine Schnur muss daher von Zeit zu Zeit überprüft werden.


Merke: An einer gut gepflegten Schnur der richtigen Stärke erkennt man den fischgerechten Angler!

Unbrauchbare Schnüre oder Teile davon müssen immer fachgerecht entsorgt werden. Sie dürfen keinesfalls am Angelplatz hinterlassen werden, da sich Vögel und andere Kleintiere (z.B. Igel, Wiesel, Eichhörnchen) daran verletzten können. Überhaupt sollte es für einen waidgerechten Angler selbstverständlich sein, seine Abfälle entweder wieder mitzunehmen oder sie in einem vorhandenen Abfalleimer zu entsorgen.
Bitte verlassen Sie den Angelplatz, wie Sie ihn vorzufinden wünschen!
Die Tragkraft der Angelschnur wird in kg angegeben. Über die Belastungsfähigkeit gibt der Durchmesser der Schnur uns Auskunft.
In der Fischereiprüfung wird vom Prüfung gefordert, dass er weiß, welche Tragkraft der Schnur einer bestimmten Fischart zuzuordnen ist. In der Praxis wird zwar meistens eine etwas dünnere Schnur bevorzugt, aber bei der Prüfung liegt man mit folgenden Beispielen richtig:

Fischart

Tragkraft der Schnur

Rotaugen, Rotfedern und Brassen
Aal, Karpfen und Hecht
Flussbarsch
Dorsch
Plattfische

2 – 6 kg
9 – 17 kg
5 – 6 kg
19 – 21 kg
6 – 14 kg


Schnurknoten
Knoten müssen so beschaffen sein, dass keine oder denkbar die geringste Gefahr besteht, dass sie sich beim Gebrauch aufziehen oder abgewürgt werden. Daher müssen aus Lehrbüchern oder unter Anleitung eines erfahrenen Anglers diese Knoten erlernt werden.
Die wichtigsten Knoten auf einen Blick findet ihr unter Tipps + Tricks: "Anglerknoten".

Vorfach
Das Vorfach ist ein Verbindungsstück zwischen Hauptschnur und Haken. Damit bei einem eventuellen Schnurbruch möglichst wenig Schnur am gehakten Fisch verbleibt, sollte es immer dünner als die Hauptschnur gewählt werden. Beim Hechtangeln muss ein Stahlvorfach verwendet werden, damit dieses beim Drill dem stark bezahnten Hechtmaul standhalten kann. Angelt man auf Zander oder Barsch und ist damit zu rechnen, dass sich an der Angelstelle auch Hechte aufhalten, sollte ebenfalls ein Stahlvorfach verwendet werden.
Aber auch bei Stahl- bzw. Drahtvorfächern kann es an manchen Stellen zu Bruch- oder Reißgefahr kommen. Und zwar an der Lötung der Schlaufen, wenn diese bei der Herstellung nicht sorgfältig gemacht wurden. Neben der Lötung kann auch der Draht brechen, wenn er durch zu starke Erhitzung spröde wurde. Auch Knickstellen erhöhen die Bruchgefahr! Dies wird jedoch bei Vorfächern aus verseiltem Stahldraht mit Perlon oder sonstigem Kunststoff-Mantel weitesgehend vermieden. Sie sind aber durch die Ummantelung wesentlich dicker als nicht ummantelte Stahlvorfächer derselben Tragkraft und können deshalb vom Auge des Raubfisches leichter gesehen werden. Ohne Beeinträchtigung der Fängigkeit finden sie vorzugsweise in angetrübtem Wasser, in der Dämmerung, bei dunklem Wetter und größerer Wassertiefe Anwendung.

Merke: Eine ständige Überprüfung und Kontrolle des Stahlvorfachs sind unerlässlich!

Ein Stahlvorfach muss auch mindestens so lang sein, dass auch bei einem weiträumigen Maul eines großen Raubfisches seine Zähne nicht mit der Perlonschnur in Berührung kommen können. Sehr stabil und praktisch sind etwa nur 15 bis 20 cm lange, steife Vorfächer aus einfachem, zähhartem Stahldraht.

Wirbel
Um eine Verdrehen der Schnur beim Spinnfischen zu vermeiden, schaltet man vor dem Spinnkörper einen oder mehrere Wirbel vor. Die meisten Blinker, Spinner, Löffel und viele Anköderungssysteme für tote Fische haben zwar bereits einen Kopfwirbel, doch ist die Einschaltung eines weiteren Wirbels – etwa zwischen Vorfach und Schnur – gerade bei schnell rotierenden Spinnern immer anzuraten.
Eine verdrehte Schnur bedeutet nicht nur eine Störung des Wurfes und des Angelns überhaupt, sie kann auch die Ursache von Schleifenbildung sein. Schleifen gefährden immer die Schnur, wenn ein starker Fisch angebissen hat, insbesondere, wenn sie die Rolle blockieren.
Es gibt verschiedene Arten von Wirbeln: Tönnchenwirbel mit und ohne Einhängeschlinge oder –karabiner, Stahlnadelwirbel mit Einhängeschlinge und Stahlwirbel mit Einhängeschlinge und Dreiwegewirbel. Letztere verfügen über eine zusätzliche Abzweigung und werden vor allem bei Seitenarmmontagen (das Grundblei wird nicht an der Hauptschnur befestigt, sondern am Seitenarm einer Montage) benötigt.
Die Wirbel beim Spinnfischen sollen zwar klein und deshalb wenig sichtbar sein, müssen aber mindestens die gleiche Bruchfestigkeit haben wie die Angelschnur selbst. Durch Wirbelbruch wurde schon mancher guter Fisch verloren, der mit dem hakenbewehrten Spinner im Maul zum Verludern verdammt ist. Stahlwirbel sind immer besser als Messingwirbel!

Angelhaken
Ebenso wichtig wie die Schnurwahl ist die Verwendung der richtigen Hakengröße. Der Haken soll den Fisch festhalten und so den Fang ermöglichen. Es sollte immer ein guter Qualitätshaken benutzt werden. Dass alte, durch Rost in ihrer Bruchfestigkeit beeinträchtigte Haken ausgesondert werden müssen, ist eine selbstverständliche Voraussetzung.
Im Handel werden die Haken in zwei Kategorien angeboten, nämlich als Öhr- und Plättchenhaken. Für das Fliegenfischen sind nur Öhrhaken geeignet, da die künstliche Fliege an einem Plättchenhaken nicht angebunden werden kann. Für den Fang von Raubfischen sind auch Mehrfachhaken (Zwillings- und Drillingshaken) in Gebrauch.
Die Hakengröße ist an einer Skala von 1 bis 18 und darüber hinaus ablesbar. Niedrige Zahlen bedeuten große Haken, hohe Zahlen dagegen kleine Haken. Bei größeren Haken als Größe 1 wird eine 0 (Null) nachgeschaltet (z.B. 1/0). Hier bedeutet eine größere Zahl auch einen größeren Haken! (z.B. ist 5/0 immer größer als 4/0).
Für die Wahl der Hakengröße gibt es viele Gründe. So spielt die Art und Größe des Köders, die Größe des Fischmauls aber auch die Empfindlichkeit und Scheu des Fisches eine Rolle. Gerade letztere verführt leicht dazu, viel zu kleine Haken zu verwenden. Das ist besonders gefährlich bei Raubfischen mit einem großem Maul, wie z.B. bei der Forellen und dem Hecht. Diese schlürfen beim geringem Zupacken oft den kleinen Köder mit zu kleinem Haken bis weit in den Rachen hinein und können dann, wenn sie untermäßig sind, kaum mehr abgeködert und zurückgesetzt werden. Gleiches gilt für den sehr wehrhaften, aber auch schlauen Karpfen. Meistens werden hier beim Fang mit dem Wurm oder dergleichen fast durchweg zu kleine Haken verwendet.

Hinweis: Beim Fischen auf Karpfen soll man auf Drillinge ganz verzichten, weil ein untermaßiger Karpfen kaum von einem Drilling befreit werden kann, ohne dass er stark verletzt wird.
Drillinge an Forellenspinnern dürfen keinesfalls kleiner als Größe 7 sein. Besonders sind Forellenspinner mit mehreren Drillingen abzulehnen!

Welches ist nun die richtige Hakengröße? Als erstes soll sie nicht kleiner gewählt werden, als unbedingt nötig ist.

Leitsatz: „Nicht kleiner als nötig!“

Es gibt eine allgemeine Regel für die Zusammenstellung von Rute, Schnur und Haken:
„Kleiner Haken – dünne Schnur – weiche Rute!“
„Mittlerer Haken – mittlere Schnur – mittlere Rute!“
„Großer Haken- starke Schnur – steife Rute!“

Bissanzeiger/Bleie
Bissanzeiger sind eine Vorrichtung zur Anzeige eines Bisses. Sie sind in vielen Ausführungen auf dem Markt. Außer Schwimmern und Posen gibt es auch welche, die sich durch optische oder akustische Signale bemerkbar machen. Bevor es die heute üblichen elektronischen Geräte gab, verwendete man das Aalglöckchen. Auch heute noch montieren es viele Angler als Bissanzeiger an die Rutenspitze.
Aalglöckchen oder elektronische Bissanzeiger werden in der Regel verwendet, wenn ohne Pose am Gewässergrund gefischt wird. Dabei hält das Bleigewicht den Köder am Grund. Wenn das Blei nicht auf der Schnur befestigt ist (Laufblei), kann der Fisch den Köder aufnehmen und die Schnur durch das Blei ziehen. In diesem Moment wird der Biss durch das Bimmeln des Aalglöckchens oder durch Piepen des elektronischen Bissanzeigers vom Angler wahrgenommen.
Bleie (Grundblei) sind dazu da, den Köder auf Grund zu halten. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Gewichten im Handel, z.B. als Kugel-, Sarg-, Tropfen- oder Kegelblei.
Schrotbleie sind kleine Bleistücke, die mittels einer Kerbe auf die Schnur geklemmt werden. Man benutzt sie z.B. um unbebleite Posen unter Wasser zu halten. Schrotbleie gibt es in diversen Gewichtsklassen. Sie sind durch Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet: SSG (1,9g). SG (1,6g), AAA (0,8g), BB (0,4g), 1 (0,3g), 3 (0,2g), 4 (0,17g), 5 (0,1g), 6 (0,08 g), 7 (0,07g), 8 (0,06), 9 (0,05g), 10 (0,04g).

Kunstköder/Raubfischköder
Im Handel ist eine unerschöpfliche Palette an Kunstködern zu bekommen. Täglich kommen neue Kreationen auf den Markt.
Für das Spinnfischen gibt es z.B. Spinner, Blinker, Wobbler, Twister, Pilker und Gummifische.
Spinner:
Ein Spinner ist ein Kunstköder, bei dem sich ein Metallplättchen um eine Achse dreht. Er wird auch Löffelspinner oder „Fliegende Löffel“ genannt.
Des weiteren gibt es Metall- und Plastikspinner mit Turbine. Bei diesen Spinnern wird durch eine Drehschaufel (Turbine) die Drehung um die eigene Achse bewirkt.
Der Devonspinner ist ein Kunstköder, der vor allem zu Lachsangeln benötigt wird. Er besteht aus einer Drahtachse auf der Propeller angebracht sind und alleine von der Strömung her in Rotation versetzt werden.
Blinker:
Ein Blinker besteht aus einem Metallkörper, der durch das Wasser gezogen wird und die taumelnde Bewegung eines kranken Fischchens nachahmt. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen und Farben. Hauptsächlich werden Blinker zum Fang auf Hecht, Barsch und Zander benutzt.
Wobbler:
Es gibt Holz- und Plastikwobbler, die ein- oder mehrteilig, schwimmend oder sinkend angeboten werden. Meistens werden sie in Fischform angeboten und sind auch fischartig bemalt. Einige Wobbler sind zusätzlich mit einer Tauchschaufel oder auch mit Kugeln (zur Geräuscherzeugung) ausgestattet.
Twister/Gummifisch:
Twister und Gummifische bestehen aus Weichplastikmaterial oder Gummi. Der farbige Twister oder Gummifisch wird an einem Bleikopf mit Einzelhaken befestigt, der eine hohe Lockwirkung auf Barsch, Zander und Hecht entfalten kann.
Pilker:
Pilker sind aus Metall hergestellt Kunstköder, die bei der Meeresangelei zum Fischen auf Dorsch, Köhler, Leng usw. verwendet werden. Damit sie auch bei starker Strömung den Meeresgrund erreichen, können sie mehrere hundert Gramm schwer sein.

Köderfische
Bis vor einigen Jahren war es in Deutschland noch gestattet, einen lebenden Fisch als Köder anzubieten, doch inzwischen ist es verboten. In einigen europäischen Ländern ist es jedoch immer noch erlaubt. Ein lebender Köderfisch ist der beste Köder den es überhaupt gibt.
Köderfische werden entweder mit einer Köderfischsenke (nicht überall erlaubt!) gefangen oder mit der Stippangel. Auf den Haken Gr. 14 – 16 kommt eine Made oder ein Stückchen Rotwurm. Ein Anfüttern mit dem gewählten Köder ist immer hilfreich.
Der Fang eines Raubfisches gelingt auch mit einem toten Fisch als Köder. Als Köderfische sind kleine Rotaugen, Brassen, Lauben, Kaulbarsche und Barsche geeignet. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass es sich nicht um Fische handelt, für die in anderen Bundesländern ein Mindestmaß festgelegt ist oder die einer ganzjährigen Schonzeit unterliegen. Auch sollten Köderfische immer aus dem Gewässer stammen, in dem sie verwendet werden sollen. So wird das Einschleppen von Parasiten und Krankheiten vermieden.
Der tote Köderfisch kann an einem System (z.B. Drachkovitch- oder Wikam-System) oder am Stahlvorfach angeboten werden. Hierbei sollte das Stahlvorfach mindestens 30 cm lang sein, weil der Hecht beim Anbiss den Köderfisch in kurzer Zeit verschlingt und der Haken daher oft tief im Rachenraum sitzt.
Hechtzähne können schwere Wunden verursachen, die sehr schmerzhaft sein können und schlecht heilen. Daher wird der maßige Hecht durch einen Hieb mit einem Schlagholz auf den Kopf betäubt und per Kehlschnitt oder –stich getötet. Um das Risiko einer Verletzung zu mindern, benutzt man eine Rachensperre. Mit dieser wird das Hechtmaul geöffnet und in dieser Stellung fixiert. Der Haken kann dann mit einer Lösezange aus dem Hechtmaul gelöst werden.

Behandlung des Fangs/Kescher/Gaff
Ist der Fisch ausgedrillt, wird er mit einem Unterfangkescher oder Kescher (bei Forellen Watkescher!) gelandet. Danach muss man zuerst überprüfen, ob der gefangene Fisch das Mindestmaß vorzeigen kann. Das geschieht mit einem Metermaß (Bandmaß oder Zollstock). Ein untermaßiger Fisch muss nach Entfernen des Hakens sofort zurückgesetzt werden. In manchen Bundesländern wird auch verlangt, das der Haken im Fischmaul verbleibt und nur das Vorfach abgeschnitten wird. Ein maßiger Fisch muss sofort getötet werden bevor der Haken entfernt wird, um ihm unnötige Schmerzen und Leiden zu ersparen.
Die richtige Reihenfolge der Behandlung des Fanges ist wegen des Tierschutzaspektes besonders wichtig. Sie schlägt sich bei der Fischereiprüfung auch darin nieder, dass die Reihenfolge der Benennung oder Hinzufügung des Zubehörs bewertet wird.
Es ist also wichtig, sich diese Reihenfolge einzuprägen:
- Kescher, Watkescher
- Metermaß
- Schlagholz (Fischtöter)
- (beim Hechtfang die Rachensperre!)
- Hakenlöser oder Löseschere oder Lösezange Angelschnüre
Durch die Erfindung des Perlons und Nylons sind die früher so verbreiteten geklöppelten Seidenschnüre fast ganz verdrängt worden. Das einfädige („monofile“) Perlon oder Nylon hat sich wegen seiner geringen Sichtigkeit bei hoher Zerreißfestigkeit (Tragkraft) gegenüber allen anderen Schnurarten so durchgesetzt, dass diese nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.


Neben den monofilen Schnüren gibt es auch geflochtene Schnüre, die hauptsächlich bei der Angelei auf karpfenartige Fische, aber auch auf Hechte, Barsche und andere Arten verwendet werden.

Angelschnüre gibt sie in unterschiedlicher Stärke und Tragkraft. Am gebräuchlichsten sind:
1. Perlon-(Nylon)Schnur, bestehend aus einem Faden (monofil).
2. Perlon-(Nylon)Schnur, geklöppelt aus vielen feinen Fäden (multifil).
Die einfädige Perlonschnur (monofil) ist fest und unempfindlich, so dass sie in den mittleren Stärken von 0,25 bis 0,40 mm Durchmesser fast universell für die Grund- und Spinnfischerei verwendet wird. Nur wenige Fischarten verlangen dünnere Schnüre von 0,20 mm Durchmesser und schwächer. Wo es auf weicheren Wurf, glattes Durchhängen und empfindlicheren Kontakt mit dem Köder ankommt, wird die mehrfädrige Schnur (multifil) vorgezogen. Da sie aber nicht so fest und viel empfindlicher ist als eine gleich dicke einfädrige Schnur, kann sie nur dort verwendet werden, wo nicht mit größeren Fischen und Hindernissen gerechnet werden kann.
Stärkere einfädige Schnüre von ca. 0,45 bis 0,60 mm Durchmesser sind starrer und drahtig-steif. Sie verlangen auch ein größeres Schnurfassungsvermögen der Rolle und in der Regel höhere Wurfgewichte.
Starke, geklöppelte Perlonschnüre mit entsprechend hoher Tragkraft, finden in der Meeresfischerei Anwendung, wenn große Multiplikatorrollen für den Fang starker Fische verwendet werden. Einfädige Perlonschnüre wären hier zu steif und federnd. Auch könnten dann Perücken entstehen.

Hinweis: Beim Grund- und Spinnfischen auf Forellen sollte die Schnur nicht unter 0,25 mm Durchmesser liegen, bei Barben nicht unter 0,30 mm, bei Karpfen nicht unter 0,30 bis 0,35 mm, bei Hechten nicht unter 0,40 mm und bei Waller nicht unter 0,50 bis 0,60 mm.

Bemerkung:
Besonders klare und überfischte Gewässer können bedingen, dass die oben angegebenen Stärken noch unterschritten werden müssen. Dann sollte man jedoch sehr verantwortungsbewusst verfahren und lieber auf einen guten Fang verzichten, als einen Schnurriss zu riskieren und der Fisch dann verludert!
Andererseits kann es notwendig sein, dass im Gewässer mit sehr starken und schweren Fischen die angegebenen Stärken überschritten werden müssen, und zwar besonders dann, wenn das Fischwasser stark verkrautet ist.
Als Anfänger ist man jedoch immer gut beraten, wenn man zu Anfangs eine etwas stärkere Schnur als unbedingt notwendig verwendet. Sie garantiert, dass der gehakte Fisch auch sicher gelandet werden kann.

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